Alternativen zum Studiengang Wirtschaftsrecht

Alternative Wirtschaftsrecht StudiumWer sich für Betriebswirtschaft und Jura gleichermaßen interessiert, der findet im Studiengang Wirtschaftsrecht die richtigen Inhalte. Das interdisziplinäre Fach bietet die verschiedensten Betätigungsfelder innerhalb von Unternehmen, aber auch für die Selbstständigkeit. Doch auch andere Studiengänge können den Weg ebnen, um später als Insolvenzverwalter, Mediator oder Wirtschaftsprüfer zu arbeiten.

Betätigungsfelder im Wirtschaftsrecht

Wirtschaftsjuristen finden ihre Arbeitsbereiche in Industrie und Handel ebenso wie in der Dienstleistungsbranche. Sie arbeiten für Banken, in Unternehmensberatungen oder bei Wirtschaftsverbänden. Generell ist es ihre Aufgabe, die betriebswirtschaftlichen Prozesse innerhalb eines Unternehmens an die juristischen Vorgaben anzugleichen und zu überprüfen. Deshalb sind Wirtschaftsjuristen häufig in den Rechtsabteilungen der Unternehmen zu finden. Im Studium werden die späteren Wirtschaftsjuristen vorbereitet: der Stoff teilt sich auf in etwa 50% rechtliche Inhalte, 25% wirtschaftswissenschaftliche Inhalte und 25% Zusatzqualifikationen, die sich aus den gewählten Schwerpunkten und dem Angebot der jeweiligen Hochschule ergeben. Häufige Arbeitsfelder von Wirtschaftsrechtlern sind zum Beispiel folgende Berufe:

Insolvenzverwalter
Sie haben sich meist bereits im Studium entsprechend spezialisiert und können Unternehmen bei der Insolvenzabwicklung unterstützen. Sie entscheiden, ob ein Unternehmen saniert oder möglichst gewinnbringend verkauft wird und prüfen die sich daraus ergebenden rechtlichen und wirtschaftlichen Belange.

Mediatoren
Also Vermittler, die zu Rate gezogen werden, wenn es Konflikte gibt. Als unparteiische Schlichter – zum Beispiel im Falle eines Rechtstreits – begleiten sie die Vermittlungsgespräche mit dem Ziel, ein für alle Beteiligten befriedigendes Ergebnis zu erzielen.

Wirtschaftsprüfer
Diese müssen eine zusätzliche Prüfung ablegen, dann können sie selbständig oder auch angestellt unter anderem die Geschäftsberichte der beauftragten Unternehmen auf rechtliche und betriebswirtschaftliche Konformität prüfen. Auch die Prüfung der Buchhaltung gehört zu ihren Aufgaben.

Alternativstudiengänge zum Wirtschaftsrecht

Alternative Wirtschaftsrecht StudiumOft wird dem Wirtschaftsrecht nachgesagt, dass es sich bei diesem Studiengang nur um eine halbe Sache handle, das Wissen würde nur oberflächlich vermittelt. Wer sich hier lieber komplett auf ein Wissensgebiet konzentrieren will, hat Alternativen, die dennoch auch die Möglichkeit bieten, wirtschaftsjuristische Berufsfelder abzudecken:

  • Die Betriebswirtschaftslehre gehört zu den Wirtschaftswissenschaften. Die Studieninhalte konzentrieren sich auf den ökonomischen Umgang mit Gütern aller Art. Dabei wird die Perspektive des jeweiligen Unternehmens eingenommen. Am Ende des Studiums soll der Absolvent in der Lage sein, die Funktionsweise von Betrieben zu verstehen und aufgrund der Erkenntnisse Handlungsempfehlungen zu geben. Das Rechts- und Steuerwesen wird in diesem Studiengang mit abgehandelt, allerdings in weit geringerem Umfang als beim Studiengang Wirtschaftsrecht. Mehr Informationen hierzu gibt es auf www.bwl24.net.
  • Im Studiengang Rechtswissenschaften werden die Grundlagen der großen Gebiete Öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht vermittelt. Im Hauptstudium kann eine Spezialisierung, zum Beispiel auf den Schwerpunkt „Ökonomische Analyse des Rechts“ oder auf andere wirtschaftswissenschaftlich verwandte Bereiche erfolgen. Anders als bei der Betriebswirtschaftslehre steht hier das Rechtswesen im Vordergrund, das Wissen ist eher theoretisch. Ein großer Unterschied zum Wirtschaftsrecht besteht bereits bei den Zulassungsvoraussetzungen. In der Regel kann Jura nur mit einem Hochschulabschluss studiert werden, Wirtschaftsrecht wird auch an Fachhochschulen angeboten.
  • Im Management-Studium werden ebenfalls viele wirtschaftsrechtliche Inhalte vermittelt, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Recht sind typische Studieninhalte. Je nach Hochschule und Ausrichtung werden zusätzliche Schwerpunkte und Soft Skills vermittelt, ebenso schwankt der Anteil der Grundfächer.
  • Die Volkswirtschaftslehre betrachtet wirtschaftliche Zusammenhänge aus der Gesamtperspektive und ist damit weitaus theoretischer angelegt als zum Beispiel die Betriebswirtschaftslehre. Auch das menschliche Handeln in Zusammenhang mit ökonomischen Aspekten wird in die Betrachtungen und Bewertungen mit einbezogen, rechtliche Aspekte werden nur am Rande betrachtet.

Neben den genannten Studiengängen, gibt es noch weitere Fachbereiche der Wirtschaftswissenschaften, wie Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsmathematik, die in Frage kommen, um in einem der Berufsfelder des Wirtschaftsrechtes tätig zu werden. Ohnehin erfolgt durch die Berufstätigkeit eine Spezialisierung auf bestimmte Bereiche, entscheidend ist eine stete Weiterbildung und ein Wissen im betriebswirtschaftlichen und juristischen Bereich, das auf dem neuesten Stand ist.

Über den Gast-Autor Torsten Montag:
Als Dipl. Betriebswirt schreibt Torsten Montag zum Thema Betriebswirtschaft, Onlinemarketing und Existenzgründung. Er ist Chefredakteur und Websitebetreiber des Gründerlexikons, des Lexikons der Betriebsausgaben und bwl24.net.

Bilder: Gerd Altmann / pixelio.de

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