Motivationsschreiben für die Bewerbung zum Studium – Tipps und Infos

Motivationsschreiben zum StudiumIn unserem Beitrag zum Thema Bewerbung (“Wie bewerbe ich mich für das Studium?”) hast du bereits erfahren, dass sich die Anforderungen und Erwartungen der Hochschulen teilweise stark unterscheiden. Auf der Liste der erforderlichen Bewerbungs- bzw. Immatrikulationsunterlagen kann zum Beispiel auch ein „Motivationsschreiben“ aufgeführt sein. Mit dieser Erklärung sollen Bewerberinnen und Bewerber deutlich machen, warum sie sich für diesen Studiengang entschieden haben und den Bildungsanbieter überzeugen, bestens dafür geeignet zu sein. Nicht alle Institutionen verlangen dieses Schreiben ‒ es kann aber sinnvoll sein, es ergänzend beizufügen, da es die eigene Zielstrebigkeit unterstreicht.

Argumente für die Zulassung finden

Im Wirtschaftsrecht vereinen sich ökonomische und juristische Zusammenhänge. Diese Kombination setzt also gleich in doppelter Hinsicht besondere Stärken und Interessen voraus. Das Motivationsschreiben bietet die Möglichkeit, diese positiven Seiten hervorzuheben. Denn: Abschlusszeugnis und Lebenslauf sagen zwar auch schon so Einiges über die Person aus, die sich bewirbt, aber hierbei handelt es sich um eine Auflistung von Schulnoten und knappen Fakten. Wo aber könntest du dort z. B. erklären, dass du dich schon lange privat mit dem Thema Statistik beschäftigst und dir eine berufliche Laufbahn als Insolvenzverwalter vorstellst? Hiermit könntest du zum Beispiel begründen, dass dir die mathematischen Inhalte des Studiums liegen werden und es sinnvoll ist, einen Studiengang mit Wahlmodulen im Bereich Insolvenzrecht zu absolvieren. Bei der Hochschule Wismar beispielsweise erlaubt der Master-Studiengang „Wirtschaftsrecht“ eine Vertiefung auf einen von vier Bereichen, unter anderem „Finanzierung, Bank- und Insolvenzrecht“ oder „Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung“.

Sich gut informieren

Motivationsschreiben für Bewerbung StudiumEs gibt Studieninteressierte, die sich quasi blind bei einigen Hochschulen für den Studiengang Wirtschaftsrecht bewerben, weil sie der Ansicht sind, dass es bei gleichem Titel inhaltlich keinen Unterschied macht. Natürlich sind viele betriebswirtschaftliche und juristische Inhalte in jedem Fall Voraussetzung für den Bachelor-Abschluss, und die Akkreditierung von Studiengängen gewährleistet Einheitlichkeit. Doch die Struktur kann sich z. B. durch Wahlmodule, Praxisanteile und Spezialisierungsmöglichkeiten unterscheiden. Vergleichbares gilt für die Umsetzung in der jeweiligen Hochschule und deren Ausstattung.



Die Hochschule überzeugen

Es macht einen guten Eindruck, wenn du im Motivationsschreiben erklären kannst, warum du dich gerade für diesen Studiengang bei genau dieser Bildungseinrichtung bewirbst. So könntest Du bei einer Fachhochschule oder beim dualen Studium angeben, dass dir Dozenten wichtig sind, die selbst aus der freien Wirtschaft kommen ‒ dies ist bei den entsprechenden Anbietern oftmals der Fall. Natürlich solltest du dir ganz sicher sein, dass es sich so verhält, indem du dir z. B. die Webseite der Hochschule genau ansiehst.

Gekonnte Selbstdarstellung

Schwerpunkt des Schreibens ist jedoch die Antwort auf die Frage, warum man diesen Studiengang unbedingt absolvieren möchte. Sie sollte mit umfassenden persönlichen Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten untermauert werden. Nun ist es nicht jedermanns Sache, die eigenen Stärken ins Rampenlicht zu stellen. Doch wie bei der gesamten Bewerbung gilt, keine falsche Bescheidenheit. Schon im Begriff steckt es drin: Sich „bewerben“ bedeutet, Eigenwerbung zu betreiben. Selbstbewusstsein ist in höheren Positionen eine Grundvoraussetzung, es schadet also nicht, es unter Beweis zu stellen. Allerdings sollte man dabei sachlich bleiben und nicht protzen.

Veränderungen begründen

Im Motivationsschreiben lassen sich auch ggf. Widersprüche oder Lücken im Lebenslauf erklären. Wenn jemand etwa eine Zeit der Arbeitssuche mit ehrenamtlichen Tätigkeiten überbrückte und dabei sein wahres Berufsziel erkannte, hinterlässt einen besseren Eindruck als jemand, der wartend auf dem Sofa saß. Falls das angestrebte Studium mit einem Numerus Clausus (NC) belegt ist, den der Bewerber nicht erfüllt, lässt sich dies allerdings kaum mit einer schriftlichen Erklärung gerade biegen.

Wie muss das Schreiben aussehen?

Hinsichtlich der Gestaltung bietet das Motivationsschreiben Spielraum. In vielen Branchen wie z. B. in Medienberufen macht es sich sogar eher gut, wenn es auch von der Kreativität des Bewerbers zeugt. Bei Wirtschaftsrecht sollte man auf Schnörkel eher verzichten, dennoch darf bzw. sollte die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck kommen. Wichtig ist natürlich auch, dass der Text gut strukturiert ist und in einwandfreier Rechtschreibung/ Grammatik verfasst wurde. Wer Sprachgefühl beweist, hat es im Studium schließlich auch leichter. Und: Lieber die Aussagen auf den Punkt bringen als seitenweise zu schwadronieren. Die empfohlene Länge für diesen Teil der Bewerbung ist ein bis zwei DIN A-4-Seiten.

Beispiel für ein Motivationsschreiben

Damit du dir ein konkretes Beispiel machen kannst, haben wir auch eine Vorlage für ein Motivationsschreiben bereitgestellt. Außerdem bietet auch die Seite MBA-Master.de eine Vorlage zum Motivationsschreiben an.

Bei YouTube findet sich auch ein Video der Studienberatung der HAW Hamburg, die ausländischen Bewerbern das Motivationsschreiben erklärt. Die Tipps und Inhaltspunkte kann man auch sehr gut für jedes Motivationsschreiben übertragen:

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