Duales Studium oder Vollzeitstudium? Vorteile, Nachteile und ein Vergleich.

Duales Studium Wirtschaftsrecht UnterschiedeIn einer Untersuchung hat die Universität Tübingen herausgefunden, dass sich überdurchschnittlich viele leistungsstarke Abiturienten für ein duales anstatt ein „normales“ Vollzeitstudium an der Universität entscheiden. Die Auswertung der Umfrage unter 1.230 Studierenden hat ergeben, dass die Studierenden den den Universitäten in Baden-Württemberg im Mittel einen schlechteren Abiturschnitt als ihre Kommilitonen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Der Unterschied ist zwar nicht gravierend, aber es zeigt, dass sich die besten Abiturienten nicht automatisch für ein Uni-Studium entscheiden. Kann man daran ablesen, dass ein duales Studium besser ist als ein normales Vollzeitstudium? In diesem Artikel geben wir einen Überblick, welche Vorteile und Nachteile ein duales Studium hat und vergleichen dies mit einem Vollzeitstudium.

Vorteile duales Studium

Pro Vorteile Duales Studium Auch im Bereich Wirtschaftsrecht gibt es ja duale Studiengänge, die du in dieser Auflistung finden kannst. Was hat solch ein Studium für Vorteile? Als größter Vorteil ist sicherlich die große Praxisnähe zu nennen. Wer ein ausbildungsintegrierendes oder praxisintegrierendes duales Wirtschaftsrecht Studium absolviert, der verbringt ungefähr die Hälfte seiner Studienzeit im Betrieb und sammelt dort von Anfang an praktische Erfahrungen. Der „Praxisschock“, den manche Absolventen von Unis erleiden, die nach dem Studium vom ersten Arbeitgeber ins kalte Wasser geworfen werden, entfällt somit.

Einen weiteren Vorteil bietet ein ausbildungsintegrierendes duales Studium, da man hier neben dem Bachelor-Abschluss noch einen staatlich anerkannten Ausbildungsabschluss erwirbt und somit nach der Studienzeit gleich zwei Abschlüsse vorweisen kann.

Eine Ursache für die große Nachfrage nach dualen Studiengängen ist sicherlich auch, dass man vom Arbeitgeber ein Gehalt bezahlt bekommt. Dies liegt zwar meistens nicht allzu hoch, da das Unternehmen oft auch noch die Studiengebühren an der dualen Hochschule bzw. Berufsakademie bezahlt, aber man hat somit als Student immerhin ein Einkommen vorzuweisen.

Last but not least: Wer sich im dualen Studium gut schlägt und gute Noten in Klausuren und gute Leistungen beim Arbeitgeber zeigt, wird sehr wahrscheinlich nach dem Studienende auch direkt als Festangestellte/r übernommen. Die Suche nach dem Berufseinstieg entfällt daher und man kann sich voll auf das Studium konzentrieren.



Nachteile duales Studium

Contra Nachteile Duales Studium Wo so viele Vorteile aufzuzeigen sind, gibt es natürlich auch Nachteile. Egal, ob du Wirtschaftsrecht dual studierst oder einen anderen Studiengang, du solltest dir auch über diese Dinge im Klaren sein:

Nachteil 1: Die Abhängigkeit vom Arbeitgeber und der weitgehend bereits vorgegebene Berufsweg. Wer sich für ein duales Studium bewirbt, geht damit auch eine langfristige Verpflichtung bei einem Unternehmen ein. Für ca. drei bis fünf Jahre ist man an den Ausbildungs-/ Praktikumsbetrieb gebunden, da der Arbeitgeber als Gegenleistung für das Zahlen der Studiengebühren natürlich auch möchte, dass ihm die kommende Nachwuchsführungskraft möglichst lange zur Verfügung steht. Zudem entscheidet man sich schon vor Studienbeginn für einen Beruf. Das ist dann von Nachteil, wenn man nach einiger Zeit merkt, dass dieser Beruf doch gar nicht so richtig zu einem selbst passt. In einem Vollzeitstudium ist man hierbei vielfältiger aufgestellt und kann sich zum Beispiel erst nach der Hälfte des Studiums mit Hilfe von Schwerpunkten auf bestimmte Bereiche spezialisieren.

Außerdem sollte man den Freizeitaspekt bei einem dualen Studium nicht unterschätzen. Durch die Verbindung von Praxis- und Hochschulphasen (evtl. zusätzlich noch mit dem Besuch der Berufsschule für die Ausbildung) wird man kein normales Studentenleben führen. Lange Semesterferien sind ebenso wenig vorhanden wie die Möglichkeit, unter der Woche mal lange mit den Kommilitonen (Mitstudenten) auszugehen und zu feiern. Das mag einem auf den ersten Blick nicht wichtig erscheinen, führt aber doch im Studium zu vielen langfristigen Freundschaften.

Zu guter Letzt ist natürlich auch noch das begrenzte Angebot ein Nachteil dieser Studienform. Besonders ein duales Studium Wirtschaftsrecht wird bundesweit nur an wenigen Hochschulen angeboten und daher hat nicht jeder die Chance, in seinem Umkreis ein passendes Studium zu finden. Zudem sind die Bewerbungshürden aufgrund des Ansturms in den vergangenen Jahren gestiegen, so dass man mit schlechten Abinoten oftmals Nachteile bei der Bewerbung hat.

Vergleich mit Vollzeitstudium an Uni oder FH

Was bietet ein „normales“ Studium an einer Universität oder Fachhochschule im Vergleich zu einem dualen Studium? Da gibt es mehrere Punkte, unter anderem:

  • Höhere Wissenschaftlichkeit: Wer gerne forschend tätig sein möchte oder einen höheren Anspruch von seinem Studium erwartet, ist an der Uni oder FH besser aufgehoben
  • Individuellere Entwicklungsmöglichkeiten: Durch die Wahl von individuellen Schwerpunkten und zusätzliche Kursangebote kann dir ein normales Studium mehr Platz zur Entfaltung lassen. Zudem hältst du dir mit einem solchen Studium mehrere Berufsoptionen offen.
  • Mehr Studentenleben: Wohnen in einer WG, nächtelanges Feiern und „Socialising“, sich auch mal einfach treiben lassen – diese Dinge können auch zur Festigung und Weiterentwicklung einer Person beitragen und kommt bei dem straffen Zeitplan des dualen Studiums weniger zum Tragen.

 

Eine Empfehlung, welche Studienform besser ist, kann man nicht pauschal aussprechen. Es kommt immer auf die individuelle Lebenssituation an. Wer sich zum Beispiel aus finanziellen Gründen kein Vollzeitstudium leisten kann (obwohl man ja auch da nebenbei arbeiten und Geld verdienen kann), für den ist ein duales Studium evtl. besser geeignet. Wer sich noch nicht so ganz entscheiden kann, welchen Berufsweg er einschlagen möchte, ist vielleicht mit einem normalen Studium wie BWL besser beraten. Apropos Beratung: Dies ist das A und O bei der Studienwahl. Geh hin und informier dich persönlich bei Studienberatern der Berufsakademien und Hochschulen, welche Vorteile und Inhalte das jeweilige Studienmodell mit sich bringt und verschaff dir so persönliche Eindrücke. Dann kannst du auch die richtige Wahl treffen.

Empfiehl uns weiter: