Studienfinanzierung
Eigene Wohnung oder WG-Zimmer, Kosten für Nahrung, Klamotten, Telefon, Internet und natürlich auch noch die ein oder andere Party (gehört ja schließlich zum Studentenleben dazu) – das Leben als Student kann ziemlich teuer sein. Vor allem, wenn man in eine andere Stadt ziehen muss und nicht mehr bei den Eltern Kost und Logis gratis erhält.
Laut der letzten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2006 haben Studenten monatlich im Durchschnitt 770 Euro zur Verfügung. Davon gehen schon mal rund 250 Euro jeweils für Miete und Nahrung/ Verpflegung drauf. Damit du dir auch mal das ein oder andere Abendessen außer Haus leisten kannst, haben wir dir hier eine Übersicht mit Möglichkeiten der Studienfinanzierung zusammengestellt.
1.) Die Familie
Die eigene Familie ist sicherlich für fast alle Studierenden die erste Anlaufstelle, wenn es um die Planung des Studium und vor allem der Studienfinanzierung geht. Die finanzielle Zuwendung variiert dabei sehr stark nach Einkommen und Vermögen der Eltern, Tanten, Onkel und Großeltern und reicht von der Überlassung des Kindergelds bis hin zur Komplettfinanzierung.
2.) BAföG
Wenn die Eltern das Studium nicht mit ausreichenden Beträgen bezuschussen können, kommt das Bundesausbildungsförderungsgesetz ins Spiel. Ziel des BAföG ist es, jedem der studieren will dieses auch zu ermöglichen. So soll auch Kindern aus einkommensschwachen Familien der Zugang zur Hochschule ermöglicht werden. Wieviel Geld dir vom BAföG-Amt ausgezahlt wird, wird individuell berechnet und hängt vom Vermögen deiner Eltern und deinem Kontostand ab. Zurzeit liegt die maximale Förderung bei 643 Euro im Monat, durchschnittlich werden 380 Euro ausgezahlt. Nach dem Studium muss ein Teil des Geldes, maximal die Hälfte, zurückgezahlt werden.
http://www.bafoeg.bmbf.de/
3.) Jobben
Wer neben seinem Studium arbeitet, verdient nicht nur Geld, man sammelt auch wichtige Praxiserfahrung. Umso wichtiger ist es, sich einen Job in einem Bereich zu suchen, der mit dem Studium verwandt ist. Für angehende Wirtschaftsjuristen wäre z.B. eine studentische Mitarbeit in Banken, Versicherungen oder Wirtschaftsprüfungen sinnvoll. So erweitert man zudem auch sein Netzwerk und kann vielleicht direkt wichtige Kontakte für den Berufsstart knüpfen.
Wer lieber von zu Hause aus arbeitet, der kann sich über Webportale wie www.myhammer.de oder www.blauarbeit.de auf Ausschreibungen z.B. von Büro- und Recherchearbeiten bewerben.
In Deutschland verdienen über 2/3 aller Studierenden nebenbei noch Geld. Was es dabei zu beachten gibt, hat Studis Online zusammengestellt.
Jobbörsen sind z.B. http://www.berufsstart.stepstone.de und http://www.jobmensa.de.
4.) Stipendien
Wer nicht arbeiten möchte, der sollte sich ein großzügiges Stipendium suchen. In Deutschland gibt es zahlreiche Stiftungen und auch Privatpersonen, die mit Geld- oder Sachleistungen ausgewählte Studenten unterstützen. Meistens wird bei der Auswahl der Stipendiaten Wert auf soziale Fähigkeiten und gute Noten in der Schule Wert gelegt. Es gibt aber durchaus auch andere Auswahlkriterien. Wer jetzt „Ich bekomme doch sowieso kein Stipendium“ denkt, hat sowieso schon verloren. Versuchen kostet nichts und wenn dann doch ein Stipendium ergattert werden kann, ist die Freude umso größer.
Die Stipendien-Datenbank von E-Fellows.net bietet Dir einen guten ersten Überblick über die verschiedenen Stipendienangebote. Weitere Webseiten zum Thema Stipendium sind http://www.stipendiumplus.de und http://www.stipendienlotse.de.
5.) Testimonial oder Versuchsperson
In vielen Bereichen werden täglich Testimonals gesucht. Marktforschungsunternehmen zahlen Geld für das Ausfüllen von Umfragen, Krankenhäuser Geld fürs Blutspenden. Oder ist demnächst eine Friseur- oder Hochzeitsmesse in deiner Stadt? Dann werden bestimmt Leute gesucht, die sich live auf der Bühne die Haare schneiden lassen oder bestimmte Hochzeitskleider vorführen. Die Möglichkeiten sind vielseitig.
Für etwas Wagemutigere gibt es dann noch die klinischen Studien. Hier muss man z.B. bestimmte Medikamente testen oder an Studien teilnehmen. Für das vorhandene Risiko gibt es natürlich auch Geld.
6.) Der Bildungskredit
Die Bundesregierung hat mit der staatlichen KfW Bank eine Möglichkeit für Studenten geschaffen, zusätzlich zum BAföG einen günstigen Kredit fürs Studium aufzunehmen. Der sogenannte Bildungskredit ist für die Phasen des Studiums vorgesehen, in denen kein BAföG gezahlt wird oder wenn in einem Semester mal erhöhte Kosten anfallen. Der geliehene Betrag muss komplett zurückgezahlt werden, wird aber nur sehr niedrig verzinst. Im Gegensatz zum BAföG ist der Bildungskredit auch unabhängig vom Vermögen deiner Eltern oder dir.
Informationen gibt’s unter http://www.bildungskredit.de und http://www.monetos.de. Ein weiterer Linktipp ist dieser hier zum KfW Studienkredit.
7.) Studienkredit/ Bildungsdarlehen
Wer kein BAföG erhält aber dennoch viel Geld für das Studium benötigt, der kann auch einen Studienkredit oder ein Bildungsdarlehen aufnehmen. In den letzten Jahren ist nicht zuletzt aufgrund der Einführung von Studiengebühren und dem Boom privater Hochschulen der Markt für diese Kredite stark gewachsen. Zum einen wurde es dadurch schwieriger, sich einen guten Überblick zu verschaffen, zum anderen hat die große Konkurrenz natürlich zu guten Konditionen für Studierende geführt.
Bevor man einen Studienkredit abschließt, sollte man sich auf jeden Fall bei mehreren Anbietern ausführlich informieren, denn die Modalitäten wie z.B. die Auszahlung (monatlich oder alles auf einmal) können stark variieren.
Allgemeine informationen gibt’s bei Studis Online . Wer sich erste Informationen zu einem Studienkredit holen will, ist mit dem Test der Stiftung Warentest gut bedient: http://www.test.de. Zudem hat auch das Centrum für Hochschulentwicklung einen Test durchgeführt: http://www.che.de


