Wirtschaftsrecht: Privat oder Staatlich studieren?

Du fragst dich, ob du Wirtschaftsrecht am besten privat oder staatlich studieren solltest? Alle Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie Vor- Nachteile staatlicher und privater Bildungsinstitutionen haben wir in diesem Artikel für dich recherchiert.

Bei privaten Hochschulen denkst du an Golf-Kleidung, zurückgegelte Haare und elitäre Klubs? Und beim Stichwort staatliche Hochschule fallen dir spontan nur überfüllte Hörsäle, unmotivierte Professoren mit langweiligen Vorlesungen und marode Gebäude ein? Vorurteil oder Realität? Wir haben beide Hochschulsysteme unter die Lupe genommen und für dich Gründe für und gegen beide Systeme recherchiert.

Privat oder staatlich studieren?

Wirtschaftsrecht privat studieren

"Wer an einer privaten Hochschule seinen Abschluss erworben hat, habe diesen quasi gekauft und überzeuge nicht mit persönlicher Leistung", lautet ein oftmals genannter Vorwurf, gegen das Studium an einer privaten Hochschule. Zwar sind die Kosten für ein Wirtschaftsrecht Studium oder einen anderen verwandten Studiengang mit 10.000 bis 35.000 Euro nicht ganz günstig, eine "Abschlussgarantie" gibt es aber auch an einer privaten Hochschule nicht. Wie an jeder anderen Hochschule oder Universität, werden an einer privaten Hochschule auch Prüfungsleistungen von den Studierenden verlangt und diese kann man, wie überall sonst auch, bei mangelnder Vorbereitung nicht bestehen.

Einen klassischen NC gibt es bei den meisten privaten Hochschulen nicht, was nicht heißt, dass es einfach wäre sich für jedes beliebige Studium einzuschreiben. Eine bestimmte Punktzahl in einem Fremdsprachentest, ein hochschuleigenes Auswahlverfahren oder ein Motivationsschreiben – der Bewerbungsprozess an einer privaten Hochschule kann sehr umfangreich sein und die nötigen finanziellen Mittel kein alleiniges Kriterium, einen Platz in seinem Wunsch Studiengang zu erhalten.

Mit Plan und Struktur zum Ziel

Ein Studium an einer privaten Hochschule ist vor allem für diejenigen interessant, die sich mit Selbstdisziplin und Organisation eher schwer tun. Das Studium an einer privaten Hochschule ist um einiges verschulter als an einer staatlichen Hochschule und überzeugt durch klare Strukturen – das kann Fluch und Segen zugleich sein, da du einerseits weniger Gestaltungsvielfalt beim Erstellen deines Stundenplans hast, andererseits musst du auch nicht unendlich viele Seminare in deiner Wunschliste angeben, wie das an einigen großen Universitäten der Fall ist.

Ein großer Pluspunkt, den private Bildungseinrichtungen bieten, ist die überschaubare Größe an Studiengruppen und eine intensive Betreuung durch die Dozenten – an kleinen Instituten staatlicher Hochschulen mag das zwar auch der Fall sein, die Regel ist dies jedoch leider nicht.

Qualität zertifizieren lassen

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, denn modernste Infrastruktur und renommierte Dozenten haben halt ihren Preis und da private Hochschulen eben nicht auf staatliche Fördermittel zurückgreifen können, schlägt sich das in den Studiengebühren nieder. Für einen vermeintlich hohen Preis bieten die meisten privaten Hochschulen aber herausragende Studienqualität.

Dass dein Abschluss, den du an einer privaten Hochschule erworben hast, nicht anerkannt ist, ist sehr unwahrscheinlich: Kein Betreiber einer privaten Bildungseinrichtung kann es sich leisten, sein Studienangebot nicht durch einen der großen Akkreditierungsinstitute anerkennen zu lassen. Achte bei deiner Studienwahl daher unbedingt auf ein Siegel der entsprechenden Institute, wie u.a. FIBAA, ACQUIN, ZAW oder dghd. Diese Institute sollen die Qualität in Lehre und Studium garantieren und legen bestimmte Mindeststandards fest, die ein Studiengang erfüllen muss.

Wirtschaftsrecht staatlich studieren

Zunächst einmal: Die meisten Hochschulen in Deutschland befinden sich in staatlicher Trägerschaft. Derzeit sind es 428 staatliche Hochschulen (Stand 2016). Dies umfasst sowohl Universitäten und Fachhochschulen als auch Theologische Hochschulen, Kunsthochschulen oder Verwaltungsfachhochschulen. Staatliche Trägerschaft meint, dass fast 90 Prozent der Finanzmittel der Hochschulen sich aus öffentlichen Stellen speist. Dabei tragen die einzelnen Bundesländer mit 75 Prozent den größten Anteil der Hochschulfinanzierung. Ein kleiner Anteil der Finanzierung fällt auf den Bund und einen weiteren kleinen Anteil machen private Mittel aus.

Das heißt für dich, dass du an einer staatlichen Hochschule keine Studiengebühren für dein Wirtschaftsrecht Studium zu entrichten hast. Allerdings wird ein Semesterbeitrag fällig, der, je nach Hochschule, zwischen 100 - 300 Euro/Semester liegt – hier sind aber schon die Verwaltungskosten, ein Beitrag für den AStA (Allgemeinen Studierenden Ausschuss) und das Semesterticket enthalten.

Auch das Bewerbungsverfahren an einer staatlichen Hochschule ist zumeist anders geregelt, als einer privaten Bildungseinrichtung – keine Assessment Center, sondern NC´s und Wartesemester entscheiden über die Vergabe, der meist zulassungsbeschränkten Studienplätze.

Die Masse machts

An staatlichen Hochschulen liegt der Fokus eher auf Theorie und Forschung, als auf anwendungsorientierte Praxis (besonders an Universitäten). Um dem entgegenzuwirken, ist in vielen Studiengängen staatlicher Hochschulen ein Pflichtpraktikum vorgesehen.

Wer an einer staatlichen Bildungseinrichtung studiert, braucht vor allem Selbstdisziplin und eine gute Arbeitsstruktur – denn wenn du nicht an einer FH studierst, die ein ähnlich verschultest Modell wie ein private Hochschule hat, trägst du selbst dafür Sorge die richtigen Seminare zu wählen und dein Studium in Regelstudienzeit zu absolvieren. Hier kannst du die viel gelobten Freiheiten eines Studenten auskosten, andererseits läufst du, bei mangelnder Disziplin, aber auch Gefahr ein ewiger Student zu bleiben.

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Für mehr Infos zur Bewerbung für ein Wirtschaftsrecht Studium, schau auf unseren Berwerbungsartikel!

Zur Bewerbung

Nun hast du einen besseren Einblick zu beiden Hochschulsystemen und kannst Vor- und Nachteile abwägen. Wo du schlussendlich dein Studium beginnst, ist vor allem erst mal Typsache. Folgende Fragen solltest du dir vor Studienbeginn stellen:

  • Welche Dinge sind mir in einem Studium wichtig? (Betreuung, Ansprechpartner, Renommee d. Hochschule, Infrastruktur, Größe der Lerngruppen ect.)
  • Wo wird der Studiengang angeboten und welche Hochschulen bieten dieses Studium an?
  • Und gibt es Alternativen zu diesem Studiengang?

Money, Money, Money

Sicherlich spielt der finanzielle Aspekt eine tragende Rolle bei deiner Studienwahl, er sollte aber nicht ausschlaggebend dafür sein. Nach dem Motto: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", finden sich, nach konkreten Überlegungen zur Studienfinanzierung, bestimmt geeignete Lösungsvorschläge. Sollte dein Wunschstudiengang ausschließlich von privaten Hochschulen angeboten werden, lässt sich sicherlich ein Weg finden – du bist auch garantiert nicht der Einzige, der sich über die Finanzierung seines Studiums Gedanken macht. In unserem passenden Artikel, haben wir ein paar Wege zur Studienfinanzierung aufgezeigt. Auch die privaten Hochschulen selbst, bieten meist umfangreiche Beratungen zur Studienfinanzierung an.

Du hast es in der Hand!

Nun liegt es an dir abzuwägen, wo du studieren möchtest. Wichtig ist, dass du dich in deinem Studium gut aufgehoben und unterstützt wirst, ob du dein Studium an einer privaten oder einer staatlichen Hochschule absolvierst, ist dann eher zweitrangig.

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